Politik

Näher als der Nahe Osten

Von Raphael Ruffius, Redaktion Poolsing · Sonntag, 13. September 2026 · 3 Min

Näher als der Nahe Osten

Wir wissen, was Kairo bewegt, und ahnen nicht, was Krakau beschäftigt. Das EuropaHORN ändert das – jeden Morgen, in fünf Meldungen je Land.

Es ist ein merkwürdiger Befund, und er wird nicht besser, je länger man ihn betrachtet: Über die Konflikte des Nahen Ostens, über Wahlen in Amerika und Manöver im Pazifik sind wir Tag für Tag unterrichtet. Aber was die Menschen in Polen umtreibt, worüber Tschechien streitet, was Ungarn diese Woche wirklich bewegt, was Österreich beschäftigt oder die Schweiz – davon erfahren wir fast nichts. Die Nachbarn kommen in unseren Nachrichten nur vor, wenn dort etwas brennt: eine Regierungskrise, eine Grenze, ein Skandal. Zwischen den Krisen herrscht Stille. Und so kennen viele von uns die Alltagssorgen der arabischen Welt besser als die unserer unmittelbaren Nachbarn, mit denen wir Grenzen, Flüsse und eine gemeinsame Geschichte teilen.

Das EuropaHORN ist die Antwort des Hauses auf diese Lücke. Es ist keine Zeitung über Europa, sondern eine Übersicht aus Europa: Jeden Morgen zeigt es für jedes unserer Nachbarländer die fünf wichtigsten Nachrichten des Tages – so, wie die Redaktionen vor Ort sie selbst gewichten. Ausgewertet werden die führenden Medien jedes Landes, in Ungarn ausdrücklich die unabhängigen; nicht wir entscheiden, was die Nachbarn bewegt, sondern die Nachbarn. Jede Meldung wird auf Deutsch in wenigen Sätzen zusammengefasst, nüchtern und ohne Kommentar, und führt mit einem Klick zur Quelle im Original. Wer will, liest dort weiter; wer nur wissen will, was los ist, ist in zwei Minuten im Bilde.

Zum Start sind acht Länder dabei: Polen, Tschechien, Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Ungarn, Frankreich und Italien. Dänemark, Belgien, Luxemburg und die nördlichen Nachbarn folgen. Auf der Seite lahaina.eu/europa öffnet eine klickbare Europakarte die Länder; unter jedem Land liegt das Archiv der vergangenen Tage, denn nichts davon geht verloren – das EuropaHORN sammelt, was Europa Tag für Tag bewegt hat.

Wer die Übersicht nicht suchen, sondern bekommen möchte, abonniert sie: Der Newsletter „EuropaHORN am Morgen" bringt die Tagesausgabe jeden Morgen um halb acht ins Postfach – kostenlos, mit einer kurzen Bestätigung der Anmeldung und jederzeit mit einem Klick wieder abbestellbar. Kein Kommentar, keine Meinung, keine Aufregung: nur das, was die Nachbarn heute beschäftigt, in acht Ländern, auf einer Seite.

Warum wir das tun? Weil Europa nicht in Brüssel entsteht, sondern in der Kenntnis voneinander. Zusammenhalt wächst nicht aus Sonntagsreden, sondern daraus, dass man weiß, worüber der Nachbar sich sorgt, worüber er lacht, woran er gerade arbeitet. Wer morgens erfährt, dass in Prag über den Haushalt gestritten wird, in Warschau über die Grenzkontrollen und in Budapest über das Staatsvermögen, für den sind das keine fernen Länder mehr, sondern Nachbarn. Fünf Meldungen je Land, jeden Morgen – mehr braucht es nicht, um Europa als das zu sehen, was es ist: eine Nachbarschaft.

Tägliche Übersicht und Anmeldung zum Newsletter: lahaina.eu/europa