KulturPULS am Morgen · Archiv
KulturPULS am Morgen – Freitag, 25. September 2026
Diese Ausgabe wurde am Freitag, 25. September 2026 versendet und enthält 23 Meldungen. Die aktuellen Meldungen stehen auf KulturPULS am Morgen; der Newsletter ist dort kostenfrei zu abonnieren.
Sydney
1. Ai Weiwei stellt 500 Soldatenhelme an den Circular Quay Bildkünste
Am Circular Quay in Sydney hat Ai Weiwei ein neues Werk aufgebaut: fünfhundert Kampfhelme, aufgereiht am Hafen. Der Künstler und Aktivist versteht es als seine Antwort auf eine Welt, die er von Krisen erfüllt sieht – und als Ruf nach Frieden.
Quelle: SMH Culture · 500 combat helmets on Sydney Harbour: This global artist-activist’s call for peace
2. Zahlten die Engländer die Wikinger zu Recht aus? Eine Neubetrachtung des Danegeld Denken
War das Danegeld wirklich ein Fehler? The Conversation nimmt sich die fast hundert Jahre vor, in denen die Engländer die Wikinger mit Zahlungen fernhielten. Dass die Praxis „nichts gebracht“ habe, greife zu kurz: Wer eine Wikingerschar auszahlte, hatte keine Gewähr, dass nicht die nächste kam – was die Rechnung damals wie heute kompliziert macht.
Quelle: The Conversation AU Arts · The English paid off the Vikings for almost a century. But was the Danegeld such a bad idea?
3. Australien verabschiedet sich von Jolly Goodfellow, dem Narren von Beruf Bühne
Jolly Goodfellow, in Australien auch als Rumpel bekannt, ist mit 54 Jahren gestorben. Sein Leben verbrachte er im Kostüm eines mittelalterlichen Narren – einmal spielte er 53 Stunden ohne Pause. Die Welt der Clowns trauert um einen, der sich mit niemandem vergleichen ließ.
Quelle: SMH Culture · Clowning world mourns Jolly Goodfellow, a performer in a class of his own
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Tokio
1. „YABUNONAKA“ von Hitomi Kanehara ausgezeichnet – 36. Murasaki-Shikibu-Preis geht nach Uji Literatur
Die Stadtverwaltung von Uji, gelegen in der Präfektur Kyoto, teilte mit, dass ihr Literaturpreis, benannt nach Murasaki Shikibu, dieses Jahr an die Schriftstellerin Hitomi Kanehara geht. Prämiert wird ihr im Verlag Bungeishunju veröffentlichtes Buch „YABUNONAKA“. Die seit 36 Ausgaben bestehende Ehrung richtet sich jährlich an weibliche Autoren, deren im Vorjahr erschienenes Werk literarisch überzeugt.
Quelle: Asahi Bunka · 紫式部文学賞に金原さんの「YABUNONAKA―ヤブノナカ―」
2. Ein Karpfen aus Joseon-Porzellan macht Karriere – vom Kostümwettbewerb ins Museum Bildkünste
Ein kleiner Wassertropfenbehälter in Gestalt eines Karpfens, der aus blau bemalten Wellen springt, hat es im National Museum of Korea zur Hauptattraktion gebracht: Das weiß-blaue Porzellanstück aus der Joseon-Zeit (1392–1910) war Vorbild des Siegerkostüms beim Wettbewerb „Dress Like a Museum Exhibit“. Bis zum 22. Oktober ist es im dritten Stock der Dauerausstellung zu sehen.
Quelle: Korea Herald Culture · Joseon-era porcelain that inspired costume contest winner goes on display
3. Französischsprachiger Regisseur Mouawad gastiert erstmals in Taiwan Bühne
Der bekannte frankophone Theatermacher Wajdi Mouawad, Autor der Vorlage zum Film „Incendies“, reist auf Einladung des Taipeh-Kunstfestivals zum ersten Mal nach Taiwan. Im Gepäck hat er gleich zwei seiner wichtigsten Werke, „Littoral“ und „Seuls“, in denen er seine eigene Exil- und Leidensgeschichte zu einem berührenden Lebensepos verarbeitet.
Quelle: CNA Taiwan Culture · 法語劇場名導穆阿瓦首度來台 流亡傷痛身世成動人史詩
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Delhi
1. Booker Prize: Shortlist steht – James und Stuart könnten zum zweiten Mal gewinnen Literatur
Die Shortlist des Booker Prize 2026 steht, und zwei Autoren haben die Chance auf ein zweites Mal: Marlon James und Douglas Stuart. Bisher haben nur vier Schriftsteller den Preis zweimal erhalten – J. M. Coetzee, Peter Carey, Hilary Mantel und Margaret Atwood.
Quelle: The Hindu Books · Booker Prize shortlist announced; Marlon James and Douglas Stuart have chance to become 5th multiple winner
2. Pichwai-Malerei aus Nathdwara: Yugdeepak Soni stellt in Chennai aus Bildkünste
In der Forum Art Gallery in Chennai zeigt Yugdeepak Soni Pichwai-Malerei, die jahrhundertealte Andachtskunst aus Nathdwara. Seine Bilder erzählen in leuchtenden Farben von Krishna und deuten mit ihren Motiven auf die Feste im Jahreslauf.
Quelle: The Hindu Art · Yugdeepak Soni brings the centuries-old pichwai tradition to Forum Art Gallery, Chennai
3. Die Braut, die zur Göttin wurde: eine Legende vom Chilika-See Literatur
Scroll.in bringt einen Auszug aus „Devi Kalijai“ von Monalisa Jena: die Legende der jungen Braut Jai, deren Boot auf dem Chilika-See in einem Zyklon kentert und die seither als Göttin verehrt wird. Die Erzählung stammt aus dem Band „Stree Sutra“ über die Halbgöttinnen indischer Mythen, den Koral Dasgupta herausgegeben hat.
Quelle: Scroll.in · Folktale: Newlywed Jai becomes a goddess after her boat capsizes in Chilika Lake during a cyclone
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Frankfurt
1. Neue Biografie rüttelt am Mythos von Spiegel-Gründer Rudolf Augstein Literatur
Rudolf Augstein, der Gründer des „Spiegel“, zählte zu den einflussreichsten Männern der Bundesrepublik – von rechts verachtet, von links als „Scheissliberaler“ verspottet. Eine neue Biografie hält gegen den Mythos: ehemalige Nationalsozialisten unter den Redakteuren, Artikel mit antisemitischen Klischees und Übergriffe gegenüber jungen Mitarbeiterinnen.
Quelle: NZZ Feuilleton · Der «Spiegel»-Gründer Rudolf Augstein gehörte zu den mächtigsten Männern Deutschlands. Konservative hassten ihn, für Linke war er ein «Scheissliberaler»
2. Münchner Kammerspiele feiern 100. Geburtstag mit rasanter Zeitreise Bühne
Hundert Jahre Münchner Kammerspiele – gefeiert wird mit einer Inszenierung, die bei Büchners „Danton“ beginnt, die NS-Zeit durchquert und in der Gegenwart ankommt. Ob so viel Stoff zu viel ist oder gerade unsere Zeit abbildet, lässt die Kritik offen.
Quelle: SZ Kultur · Theater: Party machen bis zur Revolution
3. Ausstellung zeigt farbenfrohe Werke des Berliner Künstlers Jim Avignon Bildkünste
Jim Avignon, Berliner Maler mit Hang zur kräftigen Farbe, ist mit einer Ausstellung zu sehen. Seine Bilder kreisen um Konsum und die digitale Welt und halten dem Alltag einen heiteren Spiegel vor.
Quelle: 3sat Kulturzeit · Ausstellungstipp: "Jim Avignon"
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Paris
1. Thomas Pynchon veröffentlicht mit fast 90 Jahren neuen Roman „Mission de l’ombre“ Literatur
Fünfzig Jahre lang blieb Thomas Pynchon unsichtbar; nun, mit fast 90, erscheint sein neuer Roman „Mission de l’ombre“ auf Französisch – ein Krimi in Schwarz, angesiedelt in den 1930er Jahren zwischen den Vereinigten Staaten und Europa. Man lese ihn mit Vergnügen, urteilt Le Figaro, doch im Werk des Riesen sei es ein kleinerer Jahrgang.
Quelle: Le Figaro Livres · Mission de l’ombre, de Thomas Pynchon : un excellent roman, mais un auteur de petite cuvée
2. Carme Portaceli inszeniert Genets „Les Bonnes“ am Théâtre de l’Athénée Bühne
Jean Genets „Les Bonnes“, das grausame Spiel zweier Dienstmädchen, verlegt die katalanische Regisseurin Carme Portaceli am Théâtre de l’Athénée in ein Badezimmer. Die Kritik sieht eine Inszenierung, die das berühmte Stück streng und ohne Beschönigung nimmt.
Quelle: Libération Culture · Au théâtre de l’Athénée, Jean Genet en «Bonnes» et dues formes
3. Ausstellung in Saumur: Jean-Marie del Moral fotografiert Kunstschaffende bei der Arbeit Bildkünste
Der aus Katalonien stammende Fotograf durchstreifte sein Leben lang die Werkstätten namhafter Maler und Bildhauer, darunter Miró, Alechinsky und Joan Mitchell, und dokumentierte deren Schaffensprozess. Ab diesem Herbst sind seine einzigartigen kunsthistorischen Aufnahmen im Département Maine-et-Loire zu sehen.
Quelle: Le Monde Arts · Miró, Alechinsky, Joan Mitchell… A Saumur, le photographe Jean-Marie del Moral dévoile ses clichés d’artistes à l’œuvre
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London
1. Gemischtes Echo in London für umstrittenes Theaterstück über Faschismus-Gewalt Bühne
Während das Werk auf dem europäischen Kontinent für heftige Empörung sorgte, reagierte das Londoner Publikum am National Theatre eher mit Gelächter und Hüsteln. Zentrales Element ist eine ausufernde Tirade einer verschleppten rechten Politikerin; die Kombination aus zäher Länge und plötzlichen Schockmomenten hinterlässt bei Kritikern vor allem Verwirrung.
Quelle: The Guardian Stage · Catarina and the Beauty of Killing Fascists review – It caused fury across Europe. In the UK? Laughter and coughing
2. Charles Spencer schreibt über Diana – und vor allem über sich Literatur
Charles Spencer erzählt in „Swan Song“ auf rund 400 Seiten vom Verhältnis zu seiner Schwester Diana. Neben aufrichtig berührenden Passagen, so die Kritik, drängt der Earl mit seinen Kränkungen immer wieder selbst in den Vordergrund – das Buch verrate mehr über ihn als über die Prinzessin.
Quelle: The Guardian Books · Swan Song by Charles Spencer review – a furious exercise in score-settling by Diana’s brother
3. Saatchi Gallery zeigt Hockney als Höhepunkt der British Art Fair Bildkünste
Zum wiederholten Mal öffnet die traditionsreiche Londoner Kunstmesse, die bereits seit 1988 existiert, ihre Türen in der Saatchi Gallery. Über 70 Galerien nehmen teil, wobei diesmal besonders Werke von David Hockney die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich ziehen.
Quelle: The Art Newspaper · Hockney works to the fore at British Art Fair
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Buenos Aires
1. Buchmesse Buenos Aires 2027: Caparrós eröffnet, Spanien ist Gastland Literatur
Martín Caparrós wird die Buchmesse von Buenos Aires 2027 mit der Eröffnungsrede einleiten – ein Jahr nach seinem letzten Besuch kehrt der Schriftsteller dafür nach Argentinien zurück, wie die Fundación El Libro auf einer Pressekonferenz mitteilte. Die Messe läuft vom 22. April bis 10. Mai in La Rural; Ehrengast ist Spanien.
Quelle: La Nación Cultura · Martín Caparrós dará el discurso inaugural de la Feria del Libro de Buenos Aires 2027, en la que España será el país invitado
2. Malba Puertos zeigt argentinische Kunst zwischen 1990 und 2001 Bildkünste
Wie argentinische Künstler das Ende des 20. und den Beginn des 21. Jahrhunderts erlebten, zeigt das Malba Puertos in der Schau „Hola, ¿estás?“ – mit Arbeiten von Mariela Scafati, Diego Bianchi, Jorge Macchi, Alejandro Kuropatwa und Roberto Jacoby. Als Zäsur, an der sich Praxis und Sprache der Kunst verändern, tritt die Krise von 2001 hervor.
Quelle: Clarín Cultura · “Hola, ¿estás?”: el arte argentino de los 90 y 2000 llega a Malba Puertos
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New York
1. Aufstrebende Talente: Zwölf Namen von der Armory Show Bildkünste
Rund 250 Galerien für aktuelle Kunst treffen sich im Javits Center zur Armory Show, dem Mittelpunkt der herbstlichen New Yorker Kunstwoche. Die Times porträtiert zwölf Nachwuchskünstlerinnen und -künstler; thematisch rückt die Messe in diesem Jahr die Karibik in den Vordergrund.
Quelle: NYT Arts · 12 Artists On the Rise at The Armory Show
2. Nachruf auf Annie Dillard – die Schriftstellerin starb mit 81 Literatur
Robert Baird erinnert im New Yorker an Annie Dillard, die vergangene Woche im Alter von 81 Jahren gestorben ist. Mit „Pilgrim at Tinker Creek“ war sie einst aus dem Stapel unverlangt eingesandter Manuskripte über Nacht zur literarischen Größe geworden; Baird hatte sie Jahrzehnte später getroffen.
Quelle: The New Yorker · Annie Dillard’s Subject Was the Whole World
3. Ballerina Alexandra Hutchinson kehrt für „Firebird“ nach Washington zurück Bühne
Alexandra Hutchinson, ausgebildet an der Washington School of Ballet, tanzt die Titelpartie in „Firebird“ des Dance Theatre of Harlem im National Theatre – ein Auftritt in der Stadt, in der ihre Laufbahn begann.
Quelle: Washington Post Arts · A ballerina takes on a legendary lead role in her D.C. homecoming
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