Buch · Poolsing Verlag
Abtreibungsproblematik 2026. Schwangerschaftsabbruch, der Paragraph 218 StGB und die Gesellschaft. Eine Einführung.

Rund 106.000 Schwangerschaftsabbrüche im Jahr in Deutschland – rechtswidrig, aber straffrei. Wie eine Gesellschaft mit einem Thema umgeht, über das sie nicht sprechen will.
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 106.000 Schwangerschaftsabbrüche registriert, bei vermutet hoher Dunkelziffer; weltweit geht man von über 73 Millionen jährlich aus. Der Abbruch ist kein Randphänomen, sondern ein massenhafter Bestandteil moderner Reproduktionswirklichkeit – und bleibt dennoch von juristischen Paradoxien und sozialen Tabus umgeben.
Diese Einführung mit Stand 2026 zeichnet die historische Entwicklung des Paragraphen 218 nach, die maßgeblichen Urteile des Bundesverfassungsgerichts und die heutige Rechtslage zwischen Beratungsregelung und medizinischer Indikation, in der ein Abbruch als rechtswidrig gilt und doch straffrei bleibt. Die konträren Positionen von Kirchen, Frauenrechtsorganisationen und Ärzteschaft werden einander gegenübergestellt; ein internationaler Rechtsvergleich – von liberalen über intermediäre bis zu restriktiven Modellen, von Irland und Spanien bis Polen und den USA nach „Dobbs“ – ordnet das deutsche Modell ein.
Das Buch will ein orientierender Rahmen sein: Es rekonstruiert komplexe Argumentationslinien, ohne eine einzelne moralische Wertung vorzugeben – und fragt, in welchem Maße eine Gesellschaft auf die Wünsche, Sorgen und Bedürfnisse jener Bürgerinnen eingehen kann, die sich in einer Schwangerschaftskonfliktlage befinden. Neue, aktualisierte und überarbeitete Auflage.




Leitfragen
- Warum gilt ein Abbruch nach der Beratungsregelung als rechtswidrig und bleibt doch straffrei – und was sagt dieses Paradox über den Gesetzgeber?
- Wie hat sich der Paragraph 218 seit dem 19. Jahrhundert entwickelt, und was haben die Urteile von 1975 und 1993 daran verändert?
- Welche Interessen vertreten Kirchen, Frauenrechtsorganisationen und Ärzteschaft – und wo liegen die unversöhnlichen Punkte?
- Wie steht das deutsche Modell im Vergleich zu Irland, Spanien, Polen und den USA nach „Dobbs v. Jackson“?
Einordnung
Eine soziologisch-rechtliche Einführung, die Geschichte, Rechtslage, Konfliktlinien und Ländervergleich zusammenführt – für alle, die die Debatte verstehen wollen, bevor sie urteilen.
Über den Autor
Richard Hörner hat in Tübingen, Mainz und Frankfurt am Main Philosophie, Kunstgeschichte, Soziologie und Jura studiert – vier Fächer, im Rückblick ein einziges Thema: wie Menschen sich Bilder von der Welt machen, und worauf diese Bilder stehen. Zuletzt erschienen von ihm im Poolsing Verlag Angst. Zwang. Sanierungsfall Seele, Imaginäre Menschenrechte und Grundblindheit.
„Die statistischen Größenordnungen verweisen darauf, dass der Schwangerschaftsabbruch kein randständiges Phänomen, sondern ein massenhaft vorkommender Bestandteil moderner Reproduktionswirklichkeit ist – und dies ungeachtet der jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen und kulturellen Prägungen.“ – Aus den einleitenden Bemerkungen
Zum Essay der Depesche: „Abtreibung im Jahr 2026“ →
Buchangaben
Softcover · 180 Seiten · Poolsing Verlag · erschienen am 09.03.2026 (neue, aktualisierte und überarbeitete Auflage)
ISBN 978-3-938846-34-6 · 16,90 €
E-Book: ISBN 978-3-938846-35-3 · 9,99 €