Buch · Poolsing Verlag
Angst. Zwang. Sanierungsfall Seele. Vom Umgang mit inneren Negativstrukturen

„Wenn ich hinsehe, geschieht Schlechtes; wenn ich nicht hinsehe, geschieht Gutes." – Warum gehorchen kluge Menschen Regeln, die es nicht gibt?
Mit der Formel eines Kindes beginnt dieses Buch: „Wenn ich während der Fahrt auf diesen Ort blicke, geschieht Schlechtes; wenn ich es nicht tue, geschieht Gutes." Es endet mit dem Satz: „Denn ich hätte ohne dieses Etwas so unendlich viel Schönes verpasst." Dazwischen liegt die Innenansicht von Angst und Zwang – als Material, nicht als Methode.
Im Zentrum steht ein eigener Begriff: das Imagio – jenes dichte Zusammenspiel aus äußerem Auslöser, körperlicher Reaktion, blitzschneller Deutung und innerem Verbot, aus dem die Zwangshandlung wie von selbst hervorgeht. Hörner beschreibt, wie sich diese Kette verfestigt, bis sie zwingend erscheint – und wo genau sie zu brechen ist: mit dem Gegen-Imagio, der bewussten Konstruktion einer neuen, rettenden Gewissheit, die der alten Angst nicht ausweicht, sondern ihr etwas Tragfähigeres entgegensetzt. Zehn durchgearbeitete Fälle führen es vor.
Der Zugang ist nicht der eines distanzierten Beobachters: Das Modell ist aus eigener Betroffenheit gewachsen und an der Phänomenologie geschult. Kein Ratgeber mit schnellen Rezepten, keine Konkurrenz zur Therapie – eine strukturierte, ehrliche Analyse des inneren Belagerungszustands und der Wege, die aus der Enge hinausführen.




Leitfragen
- Warum gehorcht ein kluger Mensch einer Regel, die es nicht gibt – und wer hat sie erlassen?
- Was ist das Imagio, das Angst und Zwang antreibt – und an welcher Stelle der Kette lässt sich die Zwangshandlung brechen?
- Was leistet das Gegen-Imagio – und wie baut man eine Gewissheit, die trägt, statt der Angst auszuweichen?
- Warum endet ein Buch über Zwang mit einem Dank – „Denn ich hätte ohne dieses Etwas so unendlich viel Schönes verpasst"?
Einordnung
Eine phänomenologisch geschulte Analyse von Angst- und Zwangsstrukturen, aus eigener Erfahrung gewachsen – zwischen Betroffenenbericht und Begriffsarbeit, anschlussfähig an Psychotherapie und Selbsthilfe, ohne sich einer Schule zu unterwerfen.
Über den Autor
Richard Hörner hat in Tübingen, Mainz und Frankfurt am Main Philosophie, Kunstgeschichte, Soziologie und Jura studiert – vier Fächer, im Rückblick ein einziges Thema: wie Menschen sich Bilder von der Welt machen, und worauf diese Bilder stehen. Zuletzt erschienen von ihm im Poolsing Verlag Imaginäre Menschenrechte und Grundblindheit.
„Denn ich hätte ohne dieses Etwas so unendlich viel Schönes verpasst." – Der letzte Satz des Buches. Er steht dort mit Bedacht und wird nicht erklärt.
Buchangaben
Softcover · 156 Seiten · Poolsing Verlag · erschienen am 23.03.2026
ISBN 978-3-938846-38-4 · 16,90 € (D) / 17,40 € (A)