Buch · Poolsing Verlag

Georg Christoph Lichtenberg und die Französische Revolution

Georg Christoph Lichtenberg und die Französische Revolution

Als in Paris die Bastille fiel, brach in Göttingen bei Lichtenberg das Asthma aus – und eine Revolution als Todesphantasie begann.

Fast auf den Tag genau mit dem Ausbruch der französischen Ereignisse 1789 brach bei Georg Christoph Lichtenberg eine „asthmate convulsivo“ aus, die ihn, wie er einem Freund schrieb, hinzuraffen drohte und von der er sich bis zu seinem Tod am 24. Februar 1799 in Göttingen nicht mehr erholte. Ein drittes Ereignis kam hinzu: Er heiratete seine langjährige Geliebte Margarethe Kellner, mit der er zahlreiche Kinder hatte. Krankheit und Ehe banden ihn an einen festen Ort – und so kreuzten sich seine inneren Umwälzungen mit den politischen.

Das Buch geht den Aufsätzen, Briefen, Kommentaren und öffentlichen Stellungnahmen nach, die Lichtenberg zu den Vorgängen der Französischen Revolution verfasste. Der Schriftsteller, Physiker, Publizist und Mathematiker, unter den Pseudonymen Emanuel Candidus und Conrad Photorin einem europäischen Publikum bekannt, sah sich in dieser Epoche einer anderen Revolution ausgesetzt, die der großen in nichts nachstand und sich mit ihr verband: der Revolution als Todesphantasie.

Der Gang der Untersuchung: Leben und Werk Lichtenbergs, dann die Prämissen – Chronologie und Krisenfaktoren der Revolution, die deutschen Intellektuellen und das Jahr 1789 –, schließlich die Verbindungen: Lichtenbergs Haltung gegen die Großen, seine Billigung der Ereignisse wie seine kritischen Töne, und die Revolution als Naturereignis, in der sich der Mensch und die Welt gegenüberstehen. Am Ende bleibt die Frage, ob dieser Universalgelehrte, der an keiner literarischen Bewegung je Anteil nahm, ein Anarchist und Konservativer, ein Revolutionär und Reaktionär war – oder einfach ein freier Kopf.

Göttingen im Jahr 1789
Der Schreibtisch des Aphoristikers
Ein Ballon über den Dächern
Ein Brief am Kaminfeuer

Leitfragen

Einordnung

Eine Studie zu Lichtenbergs Schriften über die Französische Revolution – aus den Aufsätzen, Briefen und Kommentaren des großen Aphoristikers rekonstruiert, an der Schnittstelle von Biographie und Zeitgeschichte.

Über den Autor

Richard Hörner hat in Tübingen, Mainz und Frankfurt am Main Philosophie, Kunstgeschichte, Soziologie und Jura studiert – vier Fächer, im Rückblick ein einziges Thema: wie Menschen sich Bilder von der Welt machen, und worauf diese Bilder stehen. Zuletzt erschienen von ihm im Poolsing Verlag Angst. Zwang. Sanierungsfall Seele, Imaginäre Menschenrechte und Grundblindheit.

„Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“ – Georg Christoph Lichtenberg, zitiert in den Schlussbemerkungen


Buchangaben
Softcover · 100 Seiten · Poolsing Verlag · erschienen am 01.01.2014
ISBN 978-3-938846-26-1 · 9,90 €