Buch · Poolsing Verlag
Grund für Israel. Bedrängnis, Orte, Angebote. Ein Gedankenexperiment

Schuldet Deutschland Israel Grund – im wörtlichen Sinn?
Zwei Landkarten auf einem Tisch: Mecklenburg-Vorpommern, 23.213 Quadratkilometer – Israel, 22.070. Der Unterschied ist kleiner als Hamburg. Dieses Buch wagt, was kein Leitartikel wagt: das Gedankenexperiment eines Angebots deutschen Bodens – formuliert nicht in einem Konferenzsaal, sondern in Ravensbrück. Wo vernichtet wurde, wird Schutz angeboten: die exakte Umkehrung der Raumregie von Compiègne, die 1940 den Waggon an dieselbe Stelle rollen ließ, um Geschichte zu demütigen. Aus Ernst, nicht aus Meinung.
Das Experiment steht nicht am Anfang, sondern am Ende einer Tiefenschicht: Der Holocaust erscheint hier nicht nur als historisches Verbrechen, sondern als ontologischer Riss; Israel nicht nur als Staat, sondern als Verdichtungsraum fortdauernder Bedrohung; Deutschland nicht nur als Erinnerungsland, sondern als Ursprung einer Schuld, die sich weder erledigen noch verrechnen lässt. Mit Begriffen wie Grund, Phaenon und Lebenskapsel verschiebt sich der Blick – weg von der raschen politischen Meinung, hin zu der Frage, wie Orte, Erinnerung, Schutz und Angst sich im Inneren einzelner Menschen ablagern.
Kein journalistischer Kommentar, keine moralische Schnellschrift – ein philosophisch-literarischer Versuch über Schuld, Bedrängnis, Ort und Übertragung, geboren nicht aus Polemik, sondern aus dem Versuch, unbegleichbare Schuld nicht in Ritualen erstarren zu lassen.




Leitfragen
- Schuldet Deutschland Israel Grund – im wörtlichen Sinn, in Quadratkilometern statt in Reden?
- Was verändert sich, wenn ein solches Angebot in Ravensbrück formuliert wird – am Ort der Vernichtung, als Umkehrung von Compiègne?
- Was macht den Holocaust zu mehr als einem historischen Verbrechen – und wie wird aus ihm ein Riss, der im Sein einzelner Menschen weiterlebt?
- Was heißt es, eine Schuld zu tragen, die sich weder erledigen noch verrechnen lässt – und wie entkommt sie dem Erstarren im Ritual?
Einordnung
Ein philosophisch-literarischer Essay über Schuld, Bedrängnis, Ort und Übertragung – jenseits von Tagespolitik und moralischer Schnellschrift. Streitbar im Gedankenexperiment, behutsam in der Durchführung.
Über den Autor
Liko Klee ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der zu politischen, gesellschaftlichen und kulturphilosophischen Fragen schreibt und als Person bewusst im Hintergrund bleibt. Grund für Israel liegt neben der deutschen Ausgabe auch in englischer, französischer, spanischer und hebräischer Übersetzung vor.
„Was geschah in Deutschland zwischen 1933 und 1945, ontologisch betrachtet? Es geschah, in der Sprache des Imagio-Modells, eine systematische Konstruktion pathischer Imagines an konstruierten Wahrnehmungsankern; […] ein staatlich organisiertes Hervorbringen erlittener Gestalten, die dann millionenfach übernommen, millionenfach erlitten wurden, bevor Lebenskapseln zerrissen sind.“
Buchangaben
Softcover · 192 Seiten · Poolsing Verlag · erschienen am 14.04.2026
ISBN 978-3-938846-64-3 · 18,90 € (D) / 19,50 € (A)
E-Book: ISBN 978-3-938846-65-0 · 9,99 €