KulturPULS am Morgen · Archiv
KulturPULS am Morgen – Samstag, 10. Oktober 2026
Diese Ausgabe wurde am Samstag, 10. Oktober 2026 versendet und enthält 35 Meldungen. Die aktuellen Meldungen stehen auf KulturPULS am Morgen; der Newsletter lässt sich dort abonnieren – samstags kostenlos, sonst im Abo.
Sydney
1. Carrie Tiffany und Noel McKenna: Gemeinsame Novelle nach der Demenz der Mutter Literatur
Die Autorin Carrie Tiffany hat zusammen mit dem Künstler Noel McKenna eine neue Novelle verfasst. Den Anstoß gab ihre Mutter, deren Welt im Zuge der Demenz auf die Erinnerung an einen alten Hund zusammenschrumpfte.
2. KI-Fälschung im Buchhandel: Reporter Cam Wilson findet ein Buch über sich selbst Literatur
Cam Wilson, der als Reporter über künstliche Intelligenz berichtet, ist kürzlich auf ein KI-generiertes Buch über seine Person gestoßen. Das Werk behandelt auch ein Buch, das er selbst geschrieben hat, und wird online verkauft.
3. Ein Zeichen für Stadt, Land und Welt: Brisbane stellt sein neues Olympia-Emblem vor Bildkünste
Brisbane hat ein neues Olympia-Emblem erhalten. Ein solches Zeichen muss zugleich eine Stadt und eine Nation repräsentieren und die übrige Welt ansprechen. Ein Beitrag fragt, wie ein einzelnes Symbol diese Aufgaben erfüllen kann und ob der Entwurf aus Brisbane dazu passt.
Aktuelle Meldungen aus Sydney →
Tokio
1. Erfundene Urteile aus der KI-Suche: Verlag zieht Buch aus dem Handel Literatur
Ein Verlag in Japan hat angekündigt, ein Buch nicht mehr aufzulegen und die ausgelieferten Exemplare zurückzurufen. Anlass ist, dass sich per KI-Suche ermittelte Gerichtsurteile als nicht existent erwiesen haben.
2. Von Osaka nach Tainan: Die Schau „Taiwan Spectrum“ stellt das Zeichnen vor Ort in den Mittelpunkt Bildkünste
Die Ausstellung „Taiwan Spectrum“, die im vergangenen Jahr in Osaka zu sehen war, wird ab dem Folgetag in Tainan gezeigt. Kurator Lin Kunying macht das Zeichnen nach der Natur zum Kernkonzept und lädt das Publikum ein, den Blick auf das Land zurückzuwenden. Kulturminister Li Yuan besuchte die Schau und hinterließ dort mit einem Stift sein Abbild; er hoffe, damit Teil einer Strömung der Insel zu werden.
3. Nationales Hangeul-Museum: Wie Fans im Ausland über Namen und Songs zur Schrift finden Denken
Für viele Menschen außerhalb Koreas beginnt der Zugang zu Hangeul mit einem Namen: K-Pop-Fans lernen, die Buchstaben ihres Idols zu erkennen, und Zuschauer entziffern Wörter auf Ladenschildern. Lim Seong-hwan, Direktor des National Hangeul Museum, sieht darin einen auffälligen Zug dieser Entwicklung. Wer Koreas Kultur über Lied oder Webtoon entdeckt, beginnt demnach zunächst aus Neugier, die Schrift zu lernen.
Aktuelle Meldungen aus Tokio →
Shanghai · Hongkong · Peking
1. Peking: Philosoph Lou Yulie im Alter von 92 Jahren gestorben Denken
Lou Yulie, Professor an der Philosophischen Fakultät (Fachbereich Religionswissenschaft) der Peking-Universität, ist tot. Er starb am frühen Morgen des 9. Oktober in Peking nach einer Krankheit. Die Peking-Universität teilte mit, er sei 92 Jahre alt geworden; er galt als bedeutender Vertreter der chinesischen Guoxue (Nationalstudien).
2. 20 Jahre „Santi“ („Drei-Körper-Problem“): Liu Cixin im Gespräch über die Warnung vor der Antwort Literatur
Zwei Jahrzehnte nach der Veröffentlichung von „Santi“ („Drei-Körper-Problem“) ist der Science-Fiction-Autor Liu Cixin von einem Reporter befragt worden. Im Zentrum steht die Frage, ob die Mahnung „Antworte nicht“ aus dem Roman Wirklichkeit werden könnte.
3. Pfirsichförmige Dose mit Korallenbesatz: Was die Hofwerkstätten der Qing für den Yongzheng-Kaiser fertigten Bildkünste
Eine pfirsichförmige Dose mit Korallenbesatz wurde eigens zum Geburtstag des Yongzheng-Kaisers (1678–1735) angefertigt. Sie wirkt zunächst wie rotes Lackwerk, besteht aber aus einem goldenen Korpus, den rote Koralle überzieht. Die einzelnen Korallenstücke sind so genau geschnitten und gesetzt, dass die Fugen fast verschwinden. Das Stück ist ein Beispiel für die Arbeit der kaiserlichen Werkstätten der Qing-Dynastie.
Aktuelle Meldungen aus Shanghai · Hongkong · Peking →
Delhi
1. Hoihnu Hauzel erzählt in ihrem neuen Buch von der Gewalt in Manipur Literatur
Die Journalistin Hoihnu Hauzel hat ein Buch veröffentlicht, das auf persönliche Weise vom ethnischen Konflikt in Manipur erzählt. Seit 2023 prägen Gewalt und Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen die Region. Das Werk trägt den Titel „Geschichten, die das Feuer nicht verbrennen konnte“. Hauzel sagt, der Nordosten werde offenbar nur dann beachtet, wenn es um Gewalt gehe.
2. ChampaTree eröffnet in Jubilee Hills einen Ableger im Möbelhaus Artyk Bildkünste
ChampaTree weitet sich von Delhi nach Hyderabad aus. Der neue Raum liegt im Möbelhaus Artyk in Jubilee Hills und führt zeitgenössische Kunst und Design zusammen. Besucherinnen und Besucher sehen die Werke dort in einer eher häuslichen Umgebung.
3. Daryaganj und seine Bücher: Kanupriya Dhingra widmet Delhis Sonntagsmarkt „The Sunday Book Bazaar“ Literatur
Kanupriya Dhingra zeichnet in „The Sunday Book Bazaar“ („Der Sonntags-Büchermarkt“) die Geschichte des Büchermarkts von Daryaganj in Delhi nach. Das Buch behandelt zudem dessen Stellung im inoffiziellen intellektuellen Leben der Stadt.
Aktuelle Meldungen aus Delhi →
Riad · Kairo
1. Bagdad: Siebte Ausgabe des Theaterfestivals wegen Finanzlage vertagt Bühne
Das irakische Ministerium für Kultur, Tourismus und Altertümer hat die siebte Ausgabe des Internationalen Theaterfestivals Bagdad verschoben, die den Namen des Künstlers Raed Mohsen trägt. Sie sollte vom 10. bis 17. Oktober 2026 in der Hauptstadt stattfinden. Das Ministerium begründet den Schritt nach Beratung mit der Abteilung für Kino und Theater mit der finanziellen und wirtschaftlichen Lage des Landes, die die Bereitstellung des Nötigen für Organisation und Programm erschwere. Es betont, die Ausgabe sei nicht abgesagt; ein neuer Termin werde entsprechend der weiteren Entwicklung festgelegt.
2. Afif Ismail, sudanesischer Dichter und Dramatiker in Australien, über Schreiben als Rettung Literatur
Afif Ismail ist Dichter und Theaterautor, geboren in Al-Hasahisa im Sudan und seit 2003 in Australien ansässig. Er hat mehrere Gedichtbände veröffentlicht, außerhalb der Lyrik erschienen unter anderem «Musamara wara' al-muhit», «Mithlama yanamu al-daw' ba'idan» und «Nathrat min 'itr al-ghaibin». Seine Gedichte und Theaterstücke liegen in englischer und weiteren Sprachen vor, darunter Stücke, die eigens für Kinder geschrieben wurden.
Aktuelle Meldungen aus Riad · Kairo →
Moskau
1. Stockholm vergibt Literaturnobelpreis 2026 an Anne Carson Literatur
Das Nobelkomitee in Stockholm hat den Literaturnobelpreis des Jahres 2026 der kanadischen Autorin Anne Carson zuerkannt. Ausgezeichnet wird ihr kühnes Schaffen, das im spielerischen Austausch mit der klassischen Überlieferung neue Formen für die zeitgenössische Literatur hervorgebracht habe.
Aktuelle Meldungen aus Moskau →
Kapstadt
1. Benny Griessel ermittelt wieder: Deon Meyer über seinen Roman „Scorpio Rising“ Literatur
Mila de Villiers hat Deon Meyer zu seinem Roman „Scorpio Rising“ befragt. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht der Ermittler Benny Griessel. Als Hintergrund der Handlung dient eine russische Intrige.
2. Muster und Drucke aus Mthatha: Emotives Africa setzt auf eine afrikanische Bildsprache ohne Klischees Bildkünste
Emotives Africa aus Mthatha gestaltet Muster, Drucke und Artwork für Marken. Die Auftraggeber wünschen sich eine afrikanische Ästhetik, die frei von Klischees ist.
Aktuelle Meldungen aus Kapstadt →
Frankfurt
1. Philippe Sands erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels Literatur
Der französisch-britische Menschenrechtsanwalt Philippe Sands wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
2. Jugendliteraturpreis 2026: Erste Lesetour führt nach Sachsen-Anhalt Literatur
Bei der Frankfurter Buchmesse zeichnet man 2026 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis knapp ein Dutzend Preisträgerinnen aus. Die Verleihung wird von einem Abschied und einem großzügigen Angebot begleitet. Außerdem führt eine erste Lesetour nach Sachsen-Anhalt.
3. Booktoker Thomas Sachsenmaier erhält den Julius-Campe-Preis Literatur
Thomas Sachsenmaier, im Netz als @thomas_bookclub unterwegs, bekommt den Julius-Campe-Preis für Literaturkritik. Er ist damit der erste Social-Media-Creator, dem diese Auszeichnung zugesprochen wird. Die Laudatio hielt Sebastian Fitzek, der behauptete, das Feuilleton sei Sachsenmaiers Feind. Sachsenmaier sieht das Feuilleton nicht als Gegner.
Aktuelle Meldungen aus Frankfurt →
Paris
1. Nobelpreis für Anne Carson: Der französische Autor Édouard Louis, der zwei ihrer Bücher ins Französische übertragen hat Literatur
Édouard Louis hat zwei Bücher der kanadischen Nobelpreisträgerin Anne Carson ins Französische übersetzt und arbeitet an einem weiteren Werk von ihr. Er sagt, er sei von der „Erfindungskraft“ der Dichterin „bezwungen“. Zugleich verweist er darauf, dass Carson in ihrem Schreiben sowohl Sophokles als auch die Sängerin Rosalía aufgreift.
2. Nach dem Einbruch vom 8. September: Beide entwendeten Renoir-Bilder sind wieder da Bildkünste
Die beiden Gemälde von Renoir, die aus einem Museum an der Côte d’Azur gestohlen wurden, sind wieder aufgefunden worden. Am 8. September waren zwei Diebe in das Haus eingedrungen, hatten die Aufhängungen von vier Bildern durchtrennt und waren mit zwei Werken geflohen. Die beiden anderen Gemälde ließen sie im Garten zurück.
3. „La pensée piétinée“: Olivier Mannoni, Neuübersetzer von „Mein Kampf“, über Faschismus und Wortgebrauch Denken
Olivier Mannoni, Übersetzer aus dem Deutschen, der „Mein Kampf“ neu ins Französische übertragen hat, untersucht seit mehreren Jahren, wie der Faschismus die Wörter durchdringt, bevor er politische Wirklichkeit wird. Diese Sorge steht im Zentrum seines neuen Essays „La pensée piétinée“.
Aktuelle Meldungen aus Paris →
Monaco
1. „Mémoire des lieux“: Ausstellung zeichnet Monacos Baugeschichte nach Bildkünste
Fürst Albert und Prinzessin Caroline haben die Ausstellung „Mémoire des lieux“ eröffnet. Sie widmet sich dem Kulturerbe des Fürstentums und verfolgt die architektonische Entwicklung Monacos. Zu sehen ist sie bis zum 24. Januar 2027.
2. Anschlag auf Vadim Ermolaev: Verdächtiger beruft sich auf Billigung durch den Militärgeheimdienst Gesellschaft
Ein früherer Offizier ukrainischer Sicherheitsdienste, dem der Mord an der mutmaßlichen Bombenlegerin von Monaco angelastet wird, sagt, er habe die Operation für von der Führung des ukrainischen Militärgeheimdienstes gebilligt gehalten. Die Frau soll im Juni eine Bombe gegen den Geschäftsmann Vadim Ermolaev platziert haben. In einem Interview belastet er einen aktiven Offizier des GUR, der seine eigene Darstellung der Ereignisse vor Gericht inzwischen bestreitet.
3. Neues Emblem für die Spendenaktion: Les enfants de Frankie gehen in die 22. Runde Gesellschaft
Der Verein Les enfants de Frankie startet die 22. Ausgabe seiner Red Nose Campaign zugunsten schutzbedürftiger Kinder. Dabei führt er in ganz Monaco das neu gestaltete Emblem „Crazy Frankie“ ein.
Aktuelle Meldungen aus Monaco →
London
1. Sir John Soane's Museum: Michael Landy zeichnet die künftigen Ruinen bekannter Bauten Bildkünste
Der britische Künstler Michael Landy, bekannt für seine scharfe Kritik an der Konsumkultur, zeigt im Sir John Soane's Museum eine neue Zeichnungsserie. Die Blätter stellen sich vor, wie namhafte Gebäude in Zukunft als Ruinen aussehen könnten. Landy spricht über Zerfall als Thema seiner Kunst.
2. Russell T Davies legt Memoiren über seine Laufbahn im Fernsehen vor Literatur
Der Drehbuchautor Russell T Davies hat mit „The Queerest of Folk“ ein Memoirenbuch über seine Karriere beim Fernsehen veröffentlicht. Es reicht von Coronation Street bis zu It’s a Sin. Davies schildert darin unter anderem seine frühen Jahre mit Soap-Ablegern, die Serie Queer As Folk und die Wiederbelebung von Doctor Who. Das Buch versteht sich zugleich als Aufruf zur Kreativität.
3. Barbican Theatre: Philippe Decouflé inszeniert Murakamis Doppelroman mit Traumwelten und tanzenden Einhörnern Bühne
Am Barbican theatre in London zeigt der Regisseur und Choreograf Philippe Decouflé eine Bühnenfassung von Haruki Murakamis Roman mit zwei Erzählsträngen. Die Adaption stammt von Ako Takahashi. Die Handlung spielt in Tokio und in einer Traumwelt; Decouflé füllt die große Barbican-Bühne mit einer Folge verschiedener Traumwelten, zu denen auch Einhörner in balletthaften Szenen gehören.
Aktuelle Meldungen aus London →
Buenos Aires
1. Bienal Internacional de Arquitectura: Marta Minujín erhält als erste Künstlerin eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk Bildkünste
Die argentinische Künstlerin Marta Minujín, die monumentale Strukturen schafft, wird mit 83 Jahren auf der Bienal Internacional de Arquitectura für ihr Gesamtwerk geehrt. Die Ehrung ist für den folgenden Tag angesetzt. Sie ist die erste Künstlerin, die dort für ihre Laufbahn ausgezeichnet wird.
2. Piñeiro und „El canto invisible“: Vogelstimmen verbinden Jung und Alt Literatur
In ihrem neuen Roman „El canto invisible“ macht Claudia Piñeiro Vogelstimmen zum Weg, der zu einer Freundschaft führt und Generationen miteinander verknüpft. Das Buch würdigt außerdem die sonst kaum beachtete Arbeit von Verlagslektoren und wirft die Frage auf, was es heißt, einen anderen Menschen tatsächlich zu kennen. Die Schriftstellerin betont, jedem Menschen stehe ein eigenes Geheimnis zu.
3. Oscar Araiz, 85, bringt in La Capilla eine Choreografie über die Chimäre auf die Bühne Bühne
Der argentinische Choreograf Oscar Araiz hat im Centro Cultural Recoleta eine neue Arbeit zum Mythos der Quimera herausgebracht. Er ist 85 Jahre alt. Weitere Vorstellungen finden donnerstags am 15., 22. und 29. Oktober in La Capilla statt, der Eintritt ist frei.
Aktuelle Meldungen aus Buenos Aires →
New York
1. Met Opera: Anthony Roth Costanzo singt zwischen Puppen aus der Saunders-Oper Bühne
Anthony Roth Costanzo hat in einem ätherischen Kostüm und umgeben von Puppen eine Arie aus der Opernfassung von George Saunders’ Roman von 2017 gesungen. Es handelt sich um die Adaption von „Lincoln in the Bardo“ für die Met Opera.
2. Kennedy Center in Washington bekommt neue künstlerische Leitung Bühne
Das Kennedy Center hat einen neuen Leiter ernannt, der Konzerte und Aufführungen verantworten soll. Zuvor hatte das Haus erklärt, während einer zweijährigen Renovierung nur ein begrenztes Programm zu planen.
3. Rick Bragg: Der Autor aus Alabama schreibt an einem womöglich letzten Memoir Literatur
Der aus Alabama stammende Schriftsteller Rick Bragg hat mehrere vielbeachtete Memoiren über seine bescheidene Herkunft veröffentlicht. Er arbeitet an einem weiteren Buch, das sein letztes sein könnte. Sein Schreiben war auch von Kontroversen begleitet.
Aktuelle Meldungen aus New York →
Alle Ausgaben im Newsletter-Archiv · KulturPULS am Morgen abonnieren